Die Proteinlüge.

Der Proteintrend hat seinen Ursprung in den 1930er Jahre. Mediziner und Forscher haben einen Zusammenhang zwischen Protein und Muskelwachstum entdeckt und die Lebensmittelindustrie hat sich natürlich direkt angepasst. Seitdem ist unsere Kultur so überschwemmt mit „Fakten“ über Eiweiß und es geht nur noch um den Proteingehalt bestimmter Lebensmittel, je höher desto besser. In jedem unserer Köpfe existiert das Wort proteinreich nur in Verbindung mit dem Wort gesund und wenn wir einen Eiweißriegel kaufen oder einen Proteinshake trinken, denken wir tatsächlich, dass wir unserer Gesundheit und unserem Körper damit etwas Gutes tun. Dabei vergessen wir allerdings einen wichtigen Faktor und zwar, dass eine proteinreiche Ernährung eigentlich eine fettreiche Ernährung ist. Nahezu alle Lebensmittel die „High in Protein“ sind, enthalten ebenfalls eine Hohe Menge an Fett. Korrekt wäre also:

proteinreich = fettreich.

Viele Fitnessstudiogänger sind ratlos, wieso sie trotz der ganzen Proteinpulver und Hühnchen mit Reis, eher Fett ansetzen als Muskelmasse. Schließlich heißt es ja nicht umsonst, dass viel Eiweiß und wenig Kohlenhydrate das Geheimrezept für Muskelaufbau seien. Der Fitnesswelt ist irgendwann aufgefallen, dass Eiweiß allein nicht ausreicht, um die fettfreie Muskelmasse aufzubauen. So entstand der Trend Bulking and Cutting. Bei diesem Trend geht es darum, die Kalorienaufnahme ständig zu erhöhen und dann wieder zu erniedrigen, damit die Muskelmasse erhalten bleibt und das Fett wieder abgebaut wird. Dieses Verfahren setzt der Leber ziemlich zu, und führt auf längere Sicht zu einigen gesundheitlichen Problemen. Den Anhängern dieses Fitnesstrends ist nicht bewusst, dass sie durch Verringerung des Eiweiß- und Fettverzehrs, bei gleichzeitiger Erhöhung des Kohlenhydratanteils, ganz direkt ihre Muskeln aufbauen könnten, und das ohne Fett anzusetzen. Wenn man seine Muskelzellen unterstützen möchte, sollte man sie mit Glukose und Mineralstoffen anreichern, die dem Insulin erlauben die Glucose besser in das Muskelgewebe zu führen. Wenn das der Fall ist schrumpfen die Muskeln nämlich auch nicht, wenn sie nichts zu tun haben.  Ist es nun also ratsam seine Proteinzufuhr zu verringern, wenn man Muskeln möchte? Die Antwort ist: JA!

Von wo bekomme ich denn dann meine Muskeln her? Was hat die Leber damit zu tun? Und was ist denn nun ein hoher Fettgehalt?

Unsere Leber ist ein wunderbares Organ, sie ist nicht nur maßgeblich für unsere Fettverdauung verantwortlich, sondern reinigt ebenfalls unser Blut und wandelt Aminosäuren in Eiweiß um (und dafür bekommt sie nicht mal den gesetzlich geregelten Mindestlohn von 9,50€ die Stunde). Wenn unsere Leber also gut funktioniert und nicht die ganze Zeit mit der Fettverdauung aufgehalten wird, hat sie Zeit Muskel „herzustellen“. Die gesunde Fettmenge, welche die Leber nicht belastet, liegt bei 15-20g Fett pro Tag. Ein durchschnittlicher Deutscher kommt auf eine Tagesmenge von ca. 65g Fett. Das heißt eine Leber, die jeden Tag mit dieser Menge an Fett überschwemmt wird, muss jeden Tag auf Hochtouren arbeiten und da bleibt wenig Zeit für Entgiftung, geschweige denn Muskelaufbau. Wichtig hierbei zu erwähnen wäre, dass ebenfalls Lebensmittel von denen wir denken, dass sie fettfrei sind, Fett enthalten. Beispielsweise haben 100g Haferflocken einen Fettgehalt von 7g. Jetzt kannst du dir ja sicher vorstellen, wie schnell du das gesunde Maß an Fett überschritten hast.

Woher bekomm ich denn dann das „gute“ Protein also die fettfreien Aminosäuren?

Aminosäuren sind vor allem in frischem Obst und Gemüse, Grünzeug wie Spinat und Algen enthalten. Weitere wichtige Quellen für den Muskelwachstum wären: Gerstengrassaftpulver, Spirulina, Bananen, Kartoffeln (mit Schale in Bioqualität) und Tomaten. Diese Lebensmittel enthalten nicht nur natürliches Protein, sondern sind auch noch fettarm und somit in keinster Form belastend für die Leber. Das heißt die Leber kann direkt mit der Umwandlung anfangen. Muskelaufbau hat zudem viel eher etwas damit zu tun, wie oft du in der Woche trainierst und ob du in einem Kaloriendefizit oder in einem Kalorienüberschuss bist. Falls du mehr darüber erfahren willst, höre hier den Podcast von Anthony William.

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